Perlmutterspuren

An vielen Stellen in Adorf sind heute noch Zeugnisse der Perlmuttergeschichte zu finden, auch wenn diese sich dem unwissenden Betrachter oft nicht direkt offenbaren. Was man entdecken kann, wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht, finden Sie Perlmutterspuren.

Familiengrab

Schmidt/Nicolai

Die Grabstätte der Familien von Friedrich August Schmidt, dem Gründer der ersten Perlmutterwarenfabrik (F.A. Schmidt & Sohn, 1854) und Louis Nicolai, dem Inhaber der bedeutendsten Perlmutterwarenfabrik Adorfs ist auf dem Johannisfriedhof zu entdecken. Die aufwendig gestaltete Grabstätte zeugt vom Wohlstand der Familie und wurde aufgrund ihrer historischen Bedeutung bis heute erhalten.

Alle Grabstätten befinden sich freizugänglich auf dem Johannisfriedhof
Freibergerstr. 10
08626 Adorf/Vogtl.
Link zur Webseite

Familiengrab

Rauh

Früher war es üblich, bei Grabinschriften auch den Stand oder Beruf des Verstorbenen zu erwähnen. Das Grab von Georg Rauh, Mitbegründer der im Jahr 1912 gegründeten Fa. G. & Max Rauh ist ein Beispiel dafür. Es wird durch die Nachkommen der Perlmutterwarenfabrikanten gepflegt, die noch heute in Adorf wohnen. Waldemar Rauh, der letzte Inhaber des Unternehmens, lebt noch und hat die Dokumentation seiner Erinnerungen ermöglicht. Das Zeitzeugeninterview finden Sie hier.

Grab

Louis Weisker

Louis Weisker war Inhaber der langjährigen Perlmutterwarenfirma C. W. Lots. Auch wenn auf dem Grabstein nichts auf seine Tätigkeit hindeutet, ist er ein Zeugnis der Adorfer Perlmuttergeschichte. Die Namensinschrift von Louis Weisker ist stark verblasst und nur schwer zu lesen. Hierzu ist die Stadt in Gesprächen mit der Familie.

Obervogtländischer Modelleisenbahnclub e.V.
Markt 35b
08626 Adorf/Vogtl.

Die Initialen OS

Julius Oskar Schmidt

Die erste Adorfer Perlmutterwarenfirma F.A. Schmidt & Sohn erbaute im Jahr 1892 eine große neue Perlmutterwarenfabrik direkt im Stadtzentrum (Markt 35b). Das Gebäude steht noch und wird seit vielen Jahren vom Obervogtländischen Modelleisenbahnclub genutzt. Auf den ersten Blick sieht man dem Haus seinen Ursprung nicht an. Doch auf dem Schlussstein über den beiden Eingangstüren kann man die Initialen „OS“ erkennen. Hier hat der damalige Inhaber Julius Oskar Schmidt die Anfangsbuchstaben seines Namens in verschlungenen Lettern verewigt.

Perlmutterwaren

F.A. Schmidt & Sohn

Muschelreste

aus der Weißen Elster

Bei der Muschel- und Schneckenverarbeitung blieben stets Reste zurück, die nicht verarbeitet werden konnten. Noch heute kann man an verschiedenen Stellen in der Stadt Muschelscherben im Boden finden. Diese tauchen bei Baumaßnahmen auf (z.B. beim Bau der Turnvater-Jahn-Halle 2023), beim Umgraben von Beeten oder werden mitunter auch nach den vielen Jahren vom Wasser freigespült. So geschehen zum Beispiel im Jahr 2025 an der Weißen Elster, als Spaziergänger plötzlich Reste und Scherben tropischer Muscheln im Flussbett fanden. Viele Firmen verkippten offenbar ihren Abfall an allen möglichen Orten in Adorf. Waldemar Rauh berichtet in seinem Zeitzeugenbericht, dass während der Materialknappheit zu DDR-Zeiten mitunter solche Stellen gezielt gesucht wurden, um die Reste nach doch noch brauchbarem Material zu durchsuchen. Manche Adorfer erinnern sich ebenfalls an diverse Fundstellen, an denen man in der Kindheit begehrtes schillerndes Tauschmaterial zutage fördern konnte.

Muschelreste

in der Weißen Elster

Ehemalige Toreinfahrt
Markneukirchner Straße 35b
08626 Adorf/Vogtl.

Torsäulen

mit Inschriften „L“ und „N“

In der Markneukirchner Straße stehen heute noch zwei unscheinbare Torsäulen. Sie tragen die Inschriften „L“ und „N“, die Initialen von Louis Nicolai, des Inhabers der bedeutendsten Adorfer Perlmutterfabrik Louis Nicolai A.G., die sich an dieser Stelle einst befand und hier ihre Toreinfahrt hatte. Heute ist von dem ganzen Gebäudekomplex – bis auf die beiden Torsäulen – nichts mehr erhalten. Im Bereich Digitale Gebäude kann man die ehemalige Perlmutterwarenfabrik samt Villa wiederentdecken.

Gebäudeansicht

mit Toreinfahrt rechts (rot markiert)
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